Brasilien-Projekt Araponga

Fernambuk - Das Holz der Bögen

Fernambuk ist die Holzart, die seit 300 Jahren zum Bau der hochwertigsten Streicherbögen verwendet wird. Das Vorkommen dieses für uns Orchestermusiker*innen so wichtigen Holzes beschränkt sich auf die Mata Atlantica an der Ostküste Brasiliens. Die Zahl der in ihrem natürlichen Umfeld wachsenden Fernambuk-Bäume ist mittlerweile so dezimiert, dass diese Holzart in der freien Wildnis vom Aussterben bedroht ist. 

Abgesehen vom irreversiblen Schaden für eine stabile Flora und Fauna wäre dies auch für die Welt der Musik eine Katastrophe.

Am Beispiel der Holzart Fernambuk wird deutlich, dass jede aussterbende Art einen unwiederbringlichen Verlust mit sich bringt, sei es für andere Lebewesen, für das ökologische Gleichgewicht oder, wie in diesem Fall, auch für das kulturelle Leben rund um den Globus. 

Neben unserem Engagement für die Wiederaufforstung der auch für den Bau von Musikinstrumenten gerodeten Regenwälder Madagaskars rufen Eben!Holz e.V. und Orchester des Wandels e.V. nun das Brasilien-Projekt ARAPONGA ins Leben.

Die Ziele

1. Ein Aussterben von Fernambuk und weiterer Hölzer, die für Musikinstrumente verwendet werden, soll durch umfassende Schutzmaßnahmen verhindert werden

2. Die Zahl der in ihrem natürlichen Umfeld lebenden Bäume soll vervielfacht werden durch

  • Nachpflanzung besonders bedrohter Arten in den bereits bestehenden Schutzzonen
  • Ausweitung der Schutzzonen
  • gezielte Einbeziehung von Arten für den Musikinstrumentenbau

SAVEBrasil ist unser starker und zuverlässiger Partner vor Ort. SAVEBrasil ist seit vielen Jahren in der Mata Atlantica aktiv, kennt die Gegebenheiten und weiß, wie jeder Euro sinnvoll für unsere Ziele investiert werden kann. 

Wir danken Eben!Holz für die großartige Vorbereitung unseres gemeinsamen Projektes. 


Unterstützen Sie uns mit ihrer Spende, damit das Holz, das Millionen von Musikerinnen und Musikern in ihren Händen halten, eine Zukunft hat!

Update 2025

Der Schwerpunkt von ARAPONGA liegt auf Baumarten, die im Musikinstrumentenbau von Bedeutung sind. Ausgehend von wissenschaftlichen Untersuchungen konnten 22 relevante Baumarten identifiziert werden, darunter der seltene Rio-Palisander, Cedro und Ipé. Diese sollen aktiv in den Projektregionen wiederangepflanzt werden, um sowohl die Artenvielfalt als auch die Verfügbarkeit dieser Hölzer für die Zukunft zu sichern. Grundsätzlich gilt:  Je höher die Biodiversität in den Renaturierungsgebieten, desto widerstandsfähiger sind die einzelnen Pflanzen.

 

Projektgebiete und Ansätze

SAVE Brasil arbeitet in zwei Schlüsselregionen der Mata Atlântica

 

1. Murici

Hier sollen private Landbesitzer motiviert werden, die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzwaldanteile (mindestens 20 % ihres Landes) zusammenzulegen, um größere zusammenhängende Schutzgebiete zu schaffen. Dies soll den Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten verbessern.

2. Serra do Urubu

In dieser Region hat SAVE ca. 360 Hektar eigenes Land erworben, das aktiv renaturiert und geschützt wird. Ziel ist es, intakte Waldflächen zu schaffen, die als Rückzugsorte für die lokale Flora und Fauna dienen. Eines der Hauptprobleme der Region ist die starke Zersplitterung der Waldflächen. 80 % bestehen aus kleinen Fragmenten von weniger als 0,5 Quadratkilometern, die durchschnittlich 1,4 Kilometer voneinander entfernt sind. Diese Zersplitterung erschwert sowohl die Wanderung von Tieren als auch die Bestäubung und Samenverbreitung. 

 

Das langfristige Ziel des Projekts ist es, durch sogenannte ökologische Korridore diese Waldfragmente wieder miteinander zu verbinden.

 

Maßnahmen zur Renaturierung

 

Samen- und Setzlingsbeschaffung

Da viele Baumarten selten sind, hat SAVE ein spezielles Team zusammengestellt, das in der gesamten Region nach Samen und Setzlingen sucht. Die Beschaffung bleibt jedoch eine Herausforderung.

 

Innovative Pflanztechniken

Die Methode „Muvuca" wird eingesetzt. Diese Pflanztechnik bietet den Vorteil, dass verschiedene Samenmischungen großflächig ausgesät werden können. Dies ermöglicht eine schnelle Bodenbedeckung, um Erosion zu verhindern und den Wald zügig wiederherzustellen. In Lagoa dos Gatos wurden auf einer Fläche von etwa 5 Hektar bereits Setzlinge und Samen ausgesät, darunter auch seltene Arten wie Rio-Palisander und Jatobá. 

 

Pflegemaßnahmen 

In älteren Projektflächen (wie Sítio Água Branca und dem Schutzgebiet Pedra D’Antas) ist das Nachpflanzen von Bäumen und die Bekämpfung invasiver Gräser ein wichtiger Faktor der Renaturierung.

 

Vogelmonitoring

Da regelmäßige Bestandsaufnahmen von Vogelarten als Gratmesser für die Zunahme von Baumarten dienen, lässt sich mit diesen Daten auch die Entwicklung der Renaturierung in den Projektgebieten überwachen. In Sítio Água Branca wurden 26 Vogelarten gesichtet (60 % Wald- und Halbwaldarten), was auf fortschreitende Regeneration hinweist. In RPPN Pedra D’Antas wurden 14 Arten gefunden, vorwiegend Offenlandvögel. Die Fläche benötigt weiterhin intensive Pflege, da invasive Gräser die Wiederbewaldung behindern.

 

Ausblick für 2025

  • Aufforstung weiterer Flächen mit Fokus auf Baumarten für Musikinstrumente.

  • Durchführung von Pflege- und Überwachungsmaßnahmen auf bestehenden Flächen.

  • Fortführung der Vogelbeobachtung, um den Erfolg der Regeneration zu bewerten.

  • Ausbau und Unterstützung der Samen-Sammelgruppe zur Förderung endemischer Baumarten.


ARAPONGA - Ein passender Projektname

​Der Schrei dieser für die Mata Atlantica typischen Vogelart gilt als der lauteste Vogelruf weltweit. Aus diesem Grund ist der ARAPONGA der ideale Botschafter, um die Dringlichkeit des Schutzes von Fernambuk zu symbolisieren.

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