Madagaskar-Projekt

Das Aufforstungsprojekt im Masoala Nationalpark
 

Illegaler Abbau von Edelhölzern und der Handel damit ist global ein großes Problem und hat mancherorts zum Verschwinden oder mindestens zur Bedrohung ganzer Ökosysteme beigetragen. Auch für unsere Instrumente werden neben einheimischen verschiedene exotische Hölzer verwendet, die teilweise vom Aussterben bedroht sind. Den Bestand dieser Hölzer und deren Ökosysteme zu schützen liegt uns als Musiker*innen besonders am Herzen.

Der Masoala Nationalpark an der Nordwestküste Madagaskars gehört zu den fünf Gebieten mit dem weltweit größten Artenreichtum. Besonders der Flachlandregenwald und der Wald an der dortigen Küste sind durch mehrere Faktoren degeneriert und von weiterer Zerstörung bedroht: illegaler Holzabbau, Brandrodung und als Folge davon unkontrolliert sich ausbreitende Feuer.

Die Bodenschicht ist dünn und arm an Nährstoffen, so dass die durch Brandrodung gewonnenen Ackerflächen schnell unbrauchbar werden und immer neuer Wald gerodet wird, um die etwa 9000 einheimischen Menschen ernähren zu können. 


Unser Projekt hat folgende Ziele:

Wiederaufforstung der degenerierten Flächen

Dafür werden aus Samen der endemischen Bäume Setzlinge gezogen, die in den von degeneriertem Gestrüpp befreiten Flächen in sinnvollem Abstand gepflanzt werden. Es wird kontrolliert, ob sie anwachsen und abgestorbene Setzlinge werden ersetzt. Geplant ist, in den ersten fünf Jahren 140.000 Bäume auf 200 Hektar zu pflanzen, was eine Waldfläche von 320 Hektare ergibt.

Unter den dort endemischen Arten sind Palisander und Ebenholz, die auch im Instrumentenbau verwendet werden.

Zusammenarbeit mit der Bevölkerung

Wir werden in vielfältiger Art mit der Bevölkerung vor Ort zusammenarbeiten. Den ansässigen Bauern werden Vanillepflanzen und Gewürznelkenbäume zur Verfügung gestellt, die in einem 5 km breiten Streifen um das Urwaldareal gepflanzt werden sollen. Damit schützt man den Wald und generiert ein gutes Einkommen.

Das Ziehen von Setzlingen und deren Anpflanzung wird in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort durchgeführt. Darüber hinaus wird eine Kooperation mit den örtlichen Schulen stattfinden, innerhalb der Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt und Projekte mit Bezug zur nachhaltigen Wiederaufforstung gefördert werden, so z.B. das Ziehen und Pflanzen von Baumsetzlingen bis hin zur Dokumentation und Überwachung ihres Wachstums.

Es werden zwei jährliche Umweltfestivals gefördert und die touristische Infrastruktur verbessert, um den Tourismus in dieser interessanten Biosphäre anzukurbeln. Informationskampagnen für größere Städte im Umkreis sind auch geplant.

Durch all diese Maßnahmen versuchen wir, in der Bevölkerung direkt vor Ort und in der weiteren Umgebung, ein Verständnis für dieses sensible Ökosystem zu wecken. Damit wollen wir einerseits zeigen, dass es sich lohnt, dieses zu schützen und zu erhalten und andererseits, dass man nachhaltig davon leben kann.

Unser Projekt wurde von Dr. Bauert vom Zoo Zürich konzipiert und wird von WCS durchgeführt und überwacht. Bisher wird dieses Projekt sehr positiv bei der Bevölkerung vor Ort aufgenommen.