Die Musiker*innen des Sinfonieorchesters Wuppertal

Das Sinfonieorchester Wuppertal bereichert seit 1862 die Kulturlandschaft Wuppertals. Ursprünglich als Elberfelder Kapelle gegründet, wuchs das Orchester schnell zum größten Orchester des Bergischen Landes heran und arbeitete schon früh mit großen Komponist_innen und Dirigenten wie Clara Schumann, Johannes Brahms oder Erich Kleiber zusammen.

Ehrenamtliches Engagement hat im Sinfonieorchester Wuppertal und darüber hinaus in ganz Wuppertal eine lange und ruhmreiche Tradition. Schon der Bau der Heimspielstätte des Sinfonieorchesters, die Historische Stadthalle Wuppertal, erfolgte durch bürgerschaftliches Engagement. Sie wurde im Jahr 1900 unter anderem von Richard Strauss eingeweiht, der Große Saal zählt heute zu einem der schönsten und besten Konzertsäle Europas.

Die Mitglieder des Sinfonieorchesters Wuppertal widmen sich seit über 25 Jahren intensiv der Musikvermittlung mit Angeboten für Schüler_innen, Familien, Erwachsene und Senior_innen. Einen Schwerpunkt bilden hierbei Kooperationen mit Partnerschulen und Kindertagesstätten. Seit Sommer 2020 engagiert sich das Sinfonieorchester Wuppertal zudem im Rahmen des Förderprogramms „Neue Wege“ des Landes NRW mit dem Projekt „Uptown Culture“ in der Wuppertaler Nordstadt, einem Stadtviertel mit Menschen aus vielen unterschiedlichen Kulturen im Bereich der interkulturellen Bildungsarbeit.

Wuppertal als eine Wiege der Frühindustrialisierung beschäftigt sich schon lange mit den negativen Folgen menschlichen Wirkens auf Umwelt und Natur. Beispielhaft sei hier die Entwicklung des Flusses beschrieben, dem die Stadt seinen Namen verdankt: die Wupper. Ein berühmter Sohn der Stadt, Friedrich Engels, beschreibt in seinen „Briefen aus dem Wupperthal“ die Wupper als einen Fluss, der sich durch die vielen Industrieabwässer „träg und verschlammt“ durch das Tal schlängelt. Abwässer von Färbereien und anderen chemischen Industrien töteten nahezu alles Leben im Fluss. Noch Anfang der 1970er Jahre zählte die Wupper zu einem der am stärksten verschmutzten Flüsse Europas. Ein umfangreiches Wasserschutzprogramm mittels zahlreicher Klärwerke und das Umdenken in der Industrie förderte die Wasserqualität so nachhaltig, dass nun wieder in der Wupper gefischt werden kann. Seit der Klärung der Abwässer hat ein Bewusstseinswandel stattgefunden: Die Menschen an der Wupper setzen sich vermehrt für den Schutz und die Pflege des Gewässers ein. Große Teile naturnaher, flussbegleitender Landschaften an der Wupper stehen heute unter Naturschutz.

Mit dem Beitritt zum Verein „Orchester des Wandels“ wollen wir uns als musikalische Botschafter Wuppertals in dieses bürgerschaftliche Engagement für Umweltschutz und Nachhaltigkeit einreihen. Zum einen möchten wir mit verschiedenen Formaten, Konzertprogrammen und gemeinsam mit weiteren Akteuren in der Stadt Spenden für das Wiederaufforstungsprojekt auf Madagaskar sammeln. Zum anderen möchten wir innerhalb unserer Stadt die Aufmerksamkeit auf die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit lenken und durch unser Engagement dazu beitragen, ebendiese in die Mitte der Gesellschaft zu holen und das Bewusstsein für den Erhalt von Natur und Umwelt zu fördern.


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