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Stiftung NaturTon
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3. Klimakonzert ein voller Erfolg

Klimakonzert in der Gedächtniskirche

Am Samstag, 1. Dezember 2012 erlebte das Berliner Publikum in der ausverkauften Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche das 3. Klimakonzert der NaturTon-Stiftung. Wie schon bei den letzten beiden Kimakonzerten war es kein "normales" Benefizkonzert, sondern stand ganz im Zeichen des Umweltschutzes. Enoch zu Guttenberg dirigierte Haydns "Jahreszeiten" und stellte als Moderator ständig Bezüge her zwischen den einzelnen Jahreszeiten und dem Thema Umweltschutz. Die Musiker der Staatskapelle Berlin und die Chorgemeinschaft Neubeuern musizierten auf höchstem Niveau. Viel Applaus gab es auch für die herausragenden Solisten Carolina Ullrich (Sopran), Jörg Dürmüller (Tenor) und Yorck Felix Speer (Bass). Die Konzerteinnahmen kommen jetzt dem Projekt "Zauberwald" zugute.

Das 3. Klimakonzert im Rahmen der Klimaschutz-Initiative "Orchester des Wandels" fand passend zur Konferenz "Leben ohne Zins und  Wachstum - Ausblick auf eine neue Ära" des Denkwerks Zukunft statt, und so waren auch viele Konferenzteilnehmer unter den begeisterten Konzertgästen zu finden. Die NaturTon-Stiftung und das Denkwerk Zukunft sind schon seit dem 1. Klimakonzert 2010 Partner.

Enoch zu Guttenberg ist übrigens nicht nur ein weltweit renommierter Dirigent: Seit vielen Jahren schon engagiert er sich für den Umwelt- und Klimaschutz. Enoch zu Guttenberg gehört zu den Kuratoriumsmitgliedern der Stiftung NaturTon.

Nachlese: 2. Klimakonzert

Das 2. Klimakonzert am 19. Mai 2012 hat eindrucksvoll bewiesen, dass Natur und Kultur keine konkurrierenden Gegensätze sein müssen, sondern dass aus Naturschutz große künstlerische Inspiration entstehen kann - und aus großer Kunst konkreter Umweltschutz. Das 2. Klimakonzert war beileibe kein populäres Massen-Event, um möglichst viele Spendengelder zu generieren, sondern Patricia Kopatchinskaja und die NaturTon-Stiftung wagten ein höchst anspruchsvolles kammermusikalisches Programm. Stehende Ovationen in der Berliner Philharmonie haben gezeigt, dass die Rechnung tatsächlich aufgegangen ist. Die überwältigende Darbietung riss selbst das verwöhnte Berliner Publikum schlicht vom Hocker. Bravo an alle Beteiligten! <PB>

Nachlese und Pressestimmen

Gefeiertes 2. Klimakonzert der Stiftung NaturTon mit Patricia Kopatchinskaja, Pablo Heras Casado und der Berliner Staatskapelle

von Charlotte Streck, Climate Focus

Einen großen Erfolg feierte die Stiftung NaturTon mit ihrem zweiten Klimakonzert am 17. Mai 2012 in der Berliner Philharmonie. Das Konzert inspirierte das Publikum, begeisterte die Presse und gab dem Bemühen um Klima- und Naturschutz eine überzeugende und lange nachklingende künstlerische Form.

Die in Moldawien geborenen Geigerin Patricia Kopatchinskaja hatte ein persönliches Programm entworfen, welches Brücken zwischen Ost- und Westeuropa schlug, neue Ufer in der Verknüpfung von Generationen und Zeiten erkundete, und nie das Besondere des Abends aus dem Auge verlor. Gemeinsam mit dem Dirigenten Pablo Heras Casado und dem Orchester des Wandels der Staatskapelle Berlin spielte sie ein Programm, welches von Iannis Xenakis über Béla Bartók bis zu György Kurtag reichte. Auch bei vermeintlich  bekannten Werken,  wie  Beethovens  Violinkonzert D Dur op.61, das im zweiten Teil des Programms erklang, forschten die Musiker mit großer Ernsthaftigkeit nach Unbekanntem.

Vor fast ausverkauftem Haus nahm das Publikum das Gefühl mit nach Hause, etwas wahrhaft Außergewöhnliches erlebt zu haben. Die Begeisterung der Künstler für die Sache und die Kraft des musikalischen Erlebnisses brachte den Kammermusiksaal der Philharmonie zum Schwingen. So musiziert wird nur, wenn das Erleben über den Augenblick hinausgehen soll, so wie es in diesem Benefizkonzert klar der Fall war. Der finanzielle Nachhall des Konzertes wird die Renaturierung von Feuchtgebieten am Donauzufluss Pruth in Moldawien, welches vom Projektpartner WWF entwickelt wird, unterstützen.

In einer Ansprache nach dem Konzert stellte Prof. Dr. Schellnhuber, Leiter des Potsdamer Institutes für Klimafolgenforschung und klimapolitischer Berater von Angela Merkel, den Bezug zwischen Kunst und Natur her. Die Kunst kann dort ansetzen, wo die vernunftgesteuerten Argumente der Wissenschaft versagen, die Dringlichkeit des Problems des globalen Klimawandels zu vermitteln. Mit anderen Mitteln und großer Intensität kann die Musik die Menschen wachrütteln. Um dieses Erlebnis einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, bereitet die Stiftung NaturTon eine CD und DVD des Konzertes vor.

PRESSESTIMMEN

Im kulturradio rbb beschreibt Clemens Goldberg die aufrüttelnde Wirkung des Konzerts am 18. Mai wie folgt:
"Dieses Konzert stellt die knöchernen Konzertrituale intelligent und erfolgreich in Frage. Kurze fragmentarische Sätze, zudem aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöst, gehen neue dialogisierende Verbindungen ein.
Wie Kopatchinskaja die leisen, improvisierenden Töne entdeckt, mit oft ausgereizten Rubati aber immer authentisch, das ist schlicht atemberaubend. Nie man dieses scheinbar so bekannte Konzert so gehört. Die Schläge, initiiert vom wunderbaren Dominic Oelze, verbinden sich plötzlich folgerichtig mit Xenatis Rebonds am Anfang des Konzerts. Hell wach, jede Volte mitgehend, leitet der sehr inspirierende Pablo Heras Casado ein Orchester, das nicht geleitet, sondern nur zum Wagnis animiert werden muss.
...eine Musik, die heute noch revolutionär ist, wenn man sie so spielt - wie es eigentlich in der Partitur steht, aber sich niemand traut!"

Ähnlich wird das Konzert auch auf Klassik (Online) am 21. Mai 2012 beschrieben:
 "Das Benefizkonzert im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, das von den Mitgliedern der Berliner Staatskapelle gespielt wurde, hebelt [..] zu Beginn die Hörgewohnheit forsch aus dem mitteleuropäischen Normalnull heraus, um es nach und nach in die leicht verschobene, aber bereits vertraute Atmosphäre des europäische Ostens, Rumäniens und Moldawiens, einzutauchen. Musikalisch federführend was hierbei die moldawische Geigerin Patricia Kopatchinskaja."

Im Tagesspiegel schreibt Benedikt von Bernstorff zu dem zweiten Teil des Programms, Beethovens Violinkonzert in D Dur, op. 61:
"Gegen das sanft gehügelte Naturbild konventioneller Deutungen entwirft die Geigerin eine Kraterlandschaft. Erinnert das Passagenwerk des Stücks in braveren Händen oft an Etüdenfleiß, spielt die Geigerin mit jeder Tonleiter um ihr Leben ... Das Klangspektrum von geborstenen, abgerissenen, geflüsterten, grellen, zwitschernden und auch einfach schönen Tönen ist außerordentlich."

Stefan Amzoll würdigt im Neuen Deutschland vom 21. Mai 2012 das umweltpolitische Anliegen des Konzertes:
"Die weltberühmte Geigerin spielte in fast allen Sätzen für Streicher mit. Bartoks 'Sechs Rumänische Tänze' für Streicher dirigierte sie von der Geige aus, inspirierend alle: ihre Musiker, deren Lust steigernd, wie die Leute im Kammermusik-Saal der Philharmonie, die begeistert waren. Sie kamen um einem Benefizkonzert zu lauschen ...
Gleichzeitig weist diese Initiative auf Bekümmernisse. Da bangt eine große Künstlerin. Wo bist du, Heimat? Ist dir wohl, Mensch dort? Die rücksichtslose Naturzerstörung hat auch ihr Land erreicht: 'Wo ist jetzt der ausgetrocknete Fluss, in dem meine Mutter mit ihren Brüdern in ihrer Kindheit noch schwimmen und fischen konnte?' [...] Dass dem durch Spenden - Tropfen auf den heißen Stein - vielleicht etwas abgeholfen werde, dazu diente der Abend.
Eine Freude, diese klassische Neuheit, diese Freizügigkeit und Blutfülle der Interpretation zu erleben."

1. Klimakonzert ein voller Erfolg!

Am Sonntag, 16. Januar 2011, veranstaltete die NaturTon-Stiftung das erste Klimakonzert im Rahmen der Initiative Orchester des Wandels. Die Resonanz war hervorragend: Das Schiller Theater Berlin war sehr gut besucht. Obwohl die Staatsoper das gleiche Konzertprogramm am Vorabend schon aufgeführt hatte. Das bedeutet: Die Konzertbesucher unterstützten mit ihrer Entscheidung für den zweiten Termin ausdrücklich das Umwelt-Anliegen der Musiker.

Passend zum indischen Waldschutzprojekt, dem die gesamten(!) Einnahmen zugute kommen, spielten die Musiker "The Divine Song", ein zeitgenössisches Werk des Inders Naresh Sohal. Der bekannte Schauspieler Stefan Kurt übernahm den Part des Sprechers. Gemeinsam mit dem ebenfalls aus Indien stammenden Dirigenten Zubin Mehta wurden sie mit reichlich Applaus bedacht. Umrahlt wurde das im westlichen Stil komponierte Stück von zwei Klassikern: Beethovens "Leonore"-Ouverture und der 3. Sinfonie "Eroica".

Das Klimakonzert war mit einer bedeutenden Veranstaltung verbunden: Das Denkwerk Zukunft richtete am Vortag seine zweite Konferenz aus mit dem Titel "Weichen stellen. Wege zu zukunftsfähigen Lebensweisen". Mitbegründer Meinhard Miegel eröffnete das Klimakonzert und wies alle Besucher auf die Vorteile dieser Art von Engagement hin: Erstens nutze es einem selbst, weil man fantastische Musik genießen könne, dazu nutze es dem Klimaschutz, und dies wiederum nutze ebenfalls wieder uns selbst.

Beim anschließenden Empfang im Foyer stellte der Partner WWF das Waldschutzprojekt in Indien näher vor. Mithilfe von Solartechnik soll die wachsende Bevölkerung im Himalaya Brennholz sparen und so das Abholzen der Wälder gebremst werden. Jetzt warten die Musiker natürlich gespannt auf erste Fotos vom Fortschritt des Projekts.

Markus Bruggaier und Zubin Mehta bedankten sich am Ende bei den Zuhörern. Mehta betonte, wie gerne er diese Aktion unterstützt habe: Als man ihn um seine Teilnahme bat, sei er zu Tränen gerührt gewesen.

Nachtrag 03.04.2011: Während einer Probe in Bombay überreichte Zubin Mehta den Erlös des Kimakonzerts an den Chef des WWF India, Ravi Singh. Durch Eintrittsgelder und Spenden sind stolze 25.000,- € für das Waldprojekt in Sikkim zusammengekommen. Herzlichen Dank an alle!

Weitere Fotos vom Klimakonzert